Gesundheit und Hygiene
Unterweisung Hautschutz: Feuchtarbeit, Hautschutzplan und Handschuhe
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Worum es geht
Die Haut ist eine Barriere – aber eine verletzliche. Häufiges Händewaschen, Wasser, Reinigungsmittel, Lösemittel und das stundenlange Tragen dichter Handschuhe schwächen sie, bis ein Abnutzungsekzem entsteht. Kommen allergene Stoffe dazu, kann sich eine Kontaktallergie entwickeln, die oft lebenslang bleibt.
Betroffen sind besonders Friseurhandwerk, Pflege und Gesundheitswesen, Reinigung, Gastronomie, Lebensmittelverarbeitung, Metallbearbeitung mit Kühlschmierstoffen und das Baugewerbe. Für diese Bereiche gibt die TRGS 401 konkrete Maßnahmen vor.
Kern der Unterweisung ist der betriebliche Hautschutzplan: Er legt fest, welches Schutz-, Reinigungs- und Pflegemittel wann benutzt wird und welcher Handschuh zu welcher Tätigkeit passt. Für die Arbeit mit Gefahrstoffen allgemein siehe Unterweisung Gefahrstoffe.
Rechtsgrundlagen
- § 14 GefStoffVUnterweisung bei Gefahrstoffen
- Beschäftigte, die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausführen, sind anhand der Betriebsanweisung vor Aufnahme der Tätigkeit und danach mindestens jährlich mündlich und arbeitsplatzbezogen zu unterweisen. Feuchtarbeit wird nach der GefStoffV wie eine Tätigkeit mit Gefahrstoffen behandelt.
- TRGS 401Gefährdung durch Hautkontakt
- Die Technische Regel beschreibt Ermittlung, Beurteilung und Maßnahmen bei Hautgefährdung, einschließlich Feuchtarbeit, Hautschutzplan, Auswahl von Schutzhandschuhen und Unterweisung.
- ArbMedVV, Anhang Teil 1Arbeitsmedizinische Vorsorge bei Feuchtarbeit
- Bei Feuchtarbeit von regelmäßig mehr als zwei Stunden pro Tag ist Angebotsvorsorge vorgesehen, ab regelmäßig vier Stunden oder mehr pro Tag Pflichtvorsorge. Das Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe zählt dabei mit.
- § 3 PSA-BVSchutzhandschuhe
- Für bereitgestellte Schutzhandschuhe ist zu unterweisen, wie sie sicherheitsgerecht benutzt werden – also Auswahl nach Stoff und Durchbruchzeit, Tragedauer und Wechsel.
Wer, wann und wie oft
Zu unterweisen sind alle Beschäftigten, deren Haut laut Gefährdungsbeurteilung gefährdet ist: durch Feuchtarbeit, hautschädigende oder sensibilisierende Stoffe oder durch langes Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe. Dazu gehören auch Auszubildende, Aushilfen und Reinigungskräfte von Fremdfirmen, soweit sie in Ihrem Verantwortungsbereich arbeiten.
Die Unterweisung findet vor Aufnahme der Tätigkeit statt und wird mindestens jährlich wiederholt, außerdem bei neuen Produkten, geändertem Hautschutzplan oder wenn Hautprobleme gehäuft auftreten.
Weil frühe Hautveränderungen gut behandelbar sind, sollte die Unterweisung ausdrücklich dazu ermutigen, Rötungen, Schuppung oder Risse früh zu melden. Die Berufsgenossenschaften bieten dafür ein Hautarztverfahren und Präventionsangebote an.
Intervall
Vor Aufnahme der Tätigkeit, danach mindestens jährlichInhalte der Unterweisung Hautschutz: Checkliste
Gefährdungen erkennen
- Was als Feuchtarbeit zählt, einschließlich Handschuhtragen
- Hautschädigende und sensibilisierende Stoffe im Betrieb
- Wie Abnutzungsekzem und Kontaktallergie entstehen
- Frühe Warnzeichen: Rötung, Trockenheit, Schuppung, Juckreiz, Risse
Der Hautschutzplan
- Welches Mittel vor, während und nach der Arbeit verwendet wird
- Hautschutz vor der Arbeit und in Pausen auftragen
- Hautreinigung so mild wie möglich, keine Lösemittel zum Händewaschen
- Hautpflege nach der Arbeit und vor längeren Pausen
Schutzhandschuhe
- Handschuhmaterial nach Stoff und Durchbruchzeit auswählen
- Baumwollunterziehhandschuhe bei längerem Tragen
- Nur auf saubere, trockene Hände anziehen; beschädigte Handschuhe sofort wechseln
- Richtiges Ausziehen ohne Hautkontakt mit der Außenseite
Organisation und Vorsorge
- Wo Hautschutzmittel und Handschuhe ausgegeben werden
- Arbeitsorganisation: Feuchtarbeit auf mehrere Personen verteilen
- Angebots- und Pflichtvorsorge bei Feuchtarbeit
- Ansprechpersonen bei Hautproblemen und Hautarztverfahren
Typische Fehler – und wie Sie sie vermeiden
Handschuhe als Allheilmittel
Dichte Handschuhe schützen vor Stoffen, belasten die Haut aber selbst durch Schweiß und Okklusion. Ohne Tragezeitbegrenzung und Unterziehhandschuhe verlagert sich das Problem nur.
Hautschutzplan hängt, wird aber nicht erklärt
Ein Aushang am Waschbecken ersetzt keine Unterweisung. Zeigen Sie, wie viel Creme wann aufgetragen wird, und warum.
Desinfizieren und Waschen verwechselt
Im Gesundheitswesen ist Händedesinfektion meist hautschonender als häufiges Waschen. Erklären Sie, wann was richtig ist.
Hautprobleme werden spät gemeldet
Viele Beschäftigte melden sich erst bei offenen Ekzemen. Machen Sie deutlich, dass frühe Meldungen erwünscht sind und keine Nachteile haben.
So dokumentieren Sie die Unterweisung
Dokumentieren Sie, wer wann von wem unterwiesen wurde, welcher Hautschutzplan und welche Handschuhe behandelt wurden und welche Betriebsanweisung zugrunde lag. Die unterwiesene Person bestätigt die Teilnahme mit Unterschrift oder nachvollziehbarer elektronischer Bestätigung.
Da die Hautschutz-Unterweisung meist Teil der Gefahrstoff-Unterweisung ist, lohnt ein gemeinsamer Nachweis mit klar benannten Inhalten. Eine Struktur bietet die Vorlage Unterweisungsnachweis.
Kostenlose Vorlage: Unterweisungsnachweis
Am Bildschirm ausfüllen, drucken oder als PDF speichern – mit „Hautschutz“ vorbelegt.
Beispielfragen für die Verständnisprüfung
Frage 1
Zählt das Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe als Feuchtarbeit?
Lösung und Erklärung
Antwort B: Unter dichten Handschuhen staut sich Schweiß und die Haut weicht auf. Die TRGS 401 rechnet diese Zeiten deshalb zur Feuchtarbeit.
Frage 2
Wann tragen Sie Hautschutzcreme laut Hautschutzplan typischerweise auf?
Lösung und Erklärung
Antwort B: Hautschutzmittel wirken vorbeugend und werden vor der Belastung aufgetragen. Pflegemittel kommen nach der Arbeit zum Einsatz.
Frage 3
Ihre Hände sind seit Tagen gerötet und jucken. Was tun Sie?
Lösung und Erklärung
Antwort C: Frühe Hautveränderungen lassen sich gut behandeln. Je früher gemeldet wird, desto besser die Chancen, dass kein Dauerschaden entsteht.
Häufige Fragen
Nach TRGS 401 Tätigkeiten, bei denen die Hände regelmäßig über längere Zeit Wasser oder wässrigen Flüssigkeiten ausgesetzt sind, häufig gewaschen werden oder flüssigkeitsdichte Handschuhe getragen werden. Ab regelmäßig mehr als zwei Stunden pro Tag gilt das als Gefährdung mit Unterweisungs- und Vorsorgepflichten.
Vor Aufnahme der Tätigkeit und danach mindestens jährlich, wie es § 14 GefStoffV vorsieht. Bei neuen Produkten oder geändertem Hautschutzplan zusätzlich. Siehe auch Wie oft muss unterwiesen werden?.
Für jeden Arbeitsbereich: welche Hautgefährdung besteht, welches Hautschutzmittel vor der Arbeit, welche Reinigung und welche Pflege danach verwendet wird, und welche Schutzhandschuhe für welche Tätigkeiten vorgesehen sind. Er hängt gut sichtbar an Waschplätzen und ist Grundlage der Unterweisung.
Mit Lehrwerk umsetzen
Unterweisung Hautschutz digital durchführen und nachweisen
Lehrwerk erstellt aus Ihrem Hautschutzplan, den Betriebsanweisungen und den Handschuh-Datenblättern einen kurzen Kurs je Arbeitsbereich. Ein Erklärvideo zeigt das richtige Auftragen und das Ausziehen von Handschuhen, Entscheidungsszenarien üben Fragen wie „Welcher Handschuh für dieses Reinigungsmittel?“. Lehrwerk weist den Kurs mit Frist zu, dokumentiert Testergebnis und Kenntnisnahme mit Versionsstand und erinnert an die jährliche Wiederholung.
- Kurs aus Ihren eigenen Unterlagen, mit Quellenangabe
- Zuweisung mit Frist, Erinnerung und Wiederholung
- Test und Kenntnisnahme pro Person
- Nachweis mit Zertifikat und QR-Code
Keine Rechtsberatung. Diese Seite gibt einen sorgfältig recherchierten Überblick (Stand: Oktober 2026). Maßgeblich sind die geltenden Vorschriften in ihrer aktuellen Fassung, Ihre Gefährdungsbeurteilung und die Beratung durch Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit, Ihre Betriebsärztin oder Ihren Betriebsarzt und Ihre Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse.
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